Musik und Intelligenz

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Forschungsergebnisse aus den USA

Eine Forschergruppe um die Psychologin Dr. Frances Rauscher (University of Wisconsin) und den Physiker Dr. Gordon Shaw (University of California) hat herausgefunden, dass Musikunterricht die Intelligenz von Kindern um ein vielfaches besser fördert als EDV Unterricht.

Wesentliche Grundlagen für mathematisch-naturwissenschaftliche Schulfächer, nämlich Abstraktionsvermögen und die Fähigkeit analytisch zu denken, sind bei den Kindern allein durch Musik eindeutig verbessert worden.

Ihren Studien zufolge wird bereits durch frühe Erfahrungen bestimmt, welche Gehirnzellen (Neuronen) sich mit anderen vernetzen, bzw. welche absterben werden. Diese neuronalen Verbindungen sind für alle Formen der Intelligenz verantwortlich.

Daher wird das Intelligenzpotential eines Kindes nur dann ausgeschöpft, wenn es bereits in der frühen Kindheit die notwendigen stimulierenden Erfahrungen macht. Kultusminister und Pädagogen sollten in ihren Lehrplänen berücksichtigen, dass Musikerziehung und Musizieren den Intellekt stimuliert und langfristig eine akademische Leistungssteigerung herbeiführt, Aus NAMM Playback 4197

 

Aus deutschen Landen:

Der Paderborner Musikpädagoge Hans Günther Bastian hat in einer wissenschaftlichen Langzeitstudie herausgefunden, dass intensives Musizieren in den ersten vier Schuljahren die Intelligenz steigern kann.

Während sich die Abc‑Schützen bei ihrer Einschulung nicht wesentlich in ihren Intelligenzquotienten unterschieden, erzielten über 50 Prozent der musikorientierten Schüler eineinhalb Jahre später überdurchschnittliche Ergebnisse bei Intelligenztests, In der Vergleichsgruppe waren es nur 38 %.

Bei musizierenden Menschen sind die rechte, gefühlsbetonte Hemisphäre und die linke, für Sprache und Intellekt zuständige Hirnhälfte stärker miteinander verknüpft, wie der Wiener Neurophysiologe Hellmuth Petsche durch EEG-Messungen herausgefunden hat. Komponieren aktiviert die Nervenzellen im Frontalhirn, wo das Kurzzeitgedächtnis verankert ist. (Seitel 24)

Anhaltendes Training stärkt die für alle Lernprozesse nötige Disziplin. Melodien dringen direkt in die Gefühlszentren des Gehirns ein, und schulen unsere emotionale Ausdrucksfähigkeit, (Seite124)

Das gemeinsame Musizieren im Klassenensemble machte die Kids nicht nur klüger, es festigte auch ihre emotionalen und sozialen Beziehungen. (Seite126)

Franz Josef Schwarz, Geschäftsführer der Akademie für Musikpädagogik: „Kein Sportlehrer käme auf die Idee, seinen Schülern einen Ball zu zeigen, ihnen die Fußballregeln zu erklären und ein Video von einem Bundesligaspiel vorzuführen, ohne sie zum Kicken auf den Rasen zu schicken. Im Musikunterricht ist dieses Vorgehen ganz alltäglich.“ (Seite125) – Aus ‚Amadeo“ FrühjahrlSommer 1998, Verlag Gruner & Jahr

 

Eine Studie in der Schweiz:

Ernst Waldemar Weber über einem von ihm durchgeführten mehrjährigen Schulversuch mit insgesamt 50 Volksschulklassen in 10 schweizer Kantonen: In den Versuchsklassen traten trotz Reduktion der Lektionenzahl in Hauptfächern um 20 bis 25% auch in diesen keine Verluste In den Leistungen auf.

Die Ausdrucksfähigkeit wurde gegenüber den Kontrollklassen in einzelnen Bereichen verbessert, und es gab gute Entwicklungen im Bereich der Sprache. Recht deutlich sind die Resultate im Sozialbereich ausgefallen. Das Sozialklima verbesserte sich zwar in allen Klassen, die Verbesserung war jedoch in den Versuchsklassen in einigen Bereichen deutlicher als in den Kontrollklassen. Der Gruppenzusammenhalt nahm in den Versuchsklassen stärker zu.

Bezüglich Motivation zeigen sich besonders ausgeprägte Gewinne der Versuchs gegenüber den Kontrollklassen, und zwar in zweierlei Hinsicht: Zum einen wird die Schule positiver gesehen, vor allem bezogen auf den Musikunterricht; zum anderen deutet sich eine positivere Einstellung zur Musik im allgemeinen an, also unabhängig vom Musikunterricht. Aus „Persönlichkeitsentfaltung durch Musikerziehung«, von Josef Scheidegger und Hubert Eiholzer ISBN 3907117107

Maria Spychiger, Psychologin am Pädagogischen Institut der Universität Freiburg (Schweiz), begleitete einen Schulversuch, in dem der Hauptfachunterricht zugunsten des Musikunterrichtes um mehrere Wochenstunden reduziert wurde.

Über alle Klassen gemittelt, erbrachten die musikalischen „Versuchskaninchen“ trotz eingesparter Hauptfachstunden keine geringere Leistung als die Kontrollklassen. Im Gegenteil: Beim Lesenlernen in der Grundstufe zeigte sich ein besonders deutlicher positiver Zusammenhang“, so Spychiger. (S.43 ff) (in Wien gibt es) seit mittlerweile 24 Jahren ( … ) den Sonderschultypus Hauptschule mit besonderer Rücksicht auf musikalische Begabung. ( … ) Walter Kern, Direktor einer solchen, verglich mehrere Jahre lang die Leistungen von Schülern in Musik und Nicht-Musik-Klassen und kann nun belegen, wie ganzheitlich erstere ihre Mitglieder fördern.

Nach vier Jahren war der Notendurchschnitt in den Musikklassen bei gleichen Lehrern um 0,7 bis 0,8 besser, und das, obwohl die Kinder hier durch den Schwerpunkt Musikunterricht zwei Wochenstunden mehr Unterricht hatten und zusätzlich Übungszeit für das Instrument, das für diesen Schultyp Pflicht ist, aufwenden mussten.

Das heißt, trotz bedeutend größerer zeitlicher Beanspruchung durch Inhalte, die mit den übrigen Lernfächern nichts zu tun haben, waren die Leistungen auch in diesen wesentlich besser.

Aus „Psychologie heute“ 7/97 und Technologie in Bonn geförderten Langzeitstudie an Berliner Grundschulen: „Die bereits vorliegenden Daten aus den Schulleistungstests zum Rechnen (Zahlen und Textrechnen) und zu Deutsch (Lesen, Rechtschreibung, Sprachvermögen) nach den ersten vier Schuljahren machen unmissverständlich deutlich, dass die erhöhten Zeltaufwendungen für die Musikbetonung in den Modellschulen ganz sicher nicht zu Lasten verminderter Leistungen in den Hauptfächern gehen.

Wir meinen, dies ist pädagogisch und schulpolitisch eine erfreuliche Bilanz, die förmlich nach Konsequenzen eines „Mehr Musik in den Schulen“ schreit, wenn wir die zitierten Positiveffekte in unseren Schulen heute und morgen wollen.“

Aus., „Persönlichkeitsentfaltung durch Musikerziehung“, von Josef Scheideggerund Hubert Eiholzer ISBN 3907117107