Mein Gmüt ist mir verwirret

Mein Gmüt ist mir verwirret

1. Mein Gmüt ist mir verwirret,
das macht ein Jungfrau zart;
bin ganz und gar verwirret,
mein Herz,das kränkt sich hart.
Hab Tag und Nacht kein Ruh,
führ all zeit große Klag,
tu stets seufzen und weinen,
in Trauren schier verzag.

2. Ach, dass sie mich tät fragen,
was doch die Ursach sei
warum ich fuhr solch Klagen,
ich wollt ihr’s sagen frei,
dass sie allein die ist,
die mich so sehr verwundt,
könnt ich ihr Herz erweichen,
würd ich bald wieder g’sund.

3. Reichlich ist sie gezieret,
mit schön’n Tugend ohn Ziel,
höflich wie sie gebüret,
ihr’s Gleichen ist nicht viel,
für andern Jungfrau’n zart,
führt sie allzeit den Preis,
wann ich’s anschau, vermeine,
ich sei im Paradeis.

4. Ich kann nicht genug erzählen,
ihr Schön und Tugend viel,
für alle wollt ich’s erwählen,
wär es nur auch ihr Will,
dass sie ihr Herz und Lieb geg’n
mir wendet allzeit,
so würd mein Schmerz und Klagen
verkehrt in große Freud.

5. Aber ich muss aufgeben,
und allzeit traurig sein,
sollts mir gleich kosten’s Leben,
das ist mein grösste Pein,
dann ich bin ihr zu schlecht,
darum sie mein nicht acht,
Gott wollts für Leid bewahren,
durch sein göttliche Macht.