Lieblich hat sich gesellet

1. Lieblich hat sich gesellet
mein Herz in kurzer Frist,
zu einer, die mir gefället,
Gott weiß wohl, wer sie ist.
Sie liebet mich ganz inniglich
die Alleriebste mein.
Gott weiß wohl,wen ich mein.

2. Wohl für des Maien Blüte
hab ich sie mir erkorn,
erfreut mir mein Gemüte
mein’n Dienst hab ich ihr g’schworn.
Den will ich halten stetiglich,
sein ganz ihr untertan,
dieweil ich’s Leben han.

3. Ich gleich sie einem Engel,
das inn’ge Herze mein,
ihr Härlein kraus als ein Sprengel,
ihr Mündlein rot als Rubein,
zwei blanke Ärmlein, die sind schmal,
dazu ein roter Mund,
der lacht zu aller Stund.

4. Mit Venuspfeiln durchschossen
das junge Herze mein.
Schöns Lieb, sei unverdrossen,
setz deinen Willen drein.
Geseg’n dich Gott, mein schönes Lieb,
ich soll und muss von dir,
du siehst mich wieder schier.