Ich hört ein Bächlein rauschen

1. Ich hört’ ein Bächlein rauschen,
wohl aus dem Felsenquell,
hinab zum Tale rauschen,
so frisch und wunderhell.
Ich weiß nicht, wie mir wurde,
nicht, wer den Rat mir gab:
ich mußte auch hinunter,
mit meinem Wanderstab.

2. Hinunter und immer weiter,
und immer dem Bache nach.
Und immer frischer rauschte,
und immer heller der Bach.
Ist das denn meine Straße?
O Bächlein sprich, wohin?
Du hast mit deinem Rauschen,
mir ganz berauscht den Sinn.

3. Was sag’ ich denn vom Rauschen?
Das kann kein Rauschen sein:
Es singen wohl die Nixen,
dort unten ihren Reig’n:
„Laß singen, Gesell’, laß rauschen,
und wand’re fröhlich nach!
Es geh’n ja Mühlenräder,
in jedem klaren Bach.”