Gregor

 

Gregor

1. Gehe nicht, o Gregor, gehe nicht zum Abendtanz.
Zauberische Mädchen folgen deinen Schritten dort.
Weiße Hand wie Schnee braut dir Tee aus Zauberkräutern,
trübt den Spiegel deiner Seele wie der Wind den See.

2. Dort ist auch die eine mit den schwarzen Augenbraun.
Glaube uns, o Gregor, das ist eine Zauberin.
Ihre weiße Hand braut dir Tee aus Zauberkräutern,
legt sich über deine Seele wie der Herbst auf’s Land.

3. Sonntag Nacht bei Vollmondscheine grub sie aus das Kraut.
Schnitt es Montag, tausend Zauber webte sie hinein.
Holt’ es Dienstag vor kochte Zaubertee aus Kräutern.
Mittwoch Nacht beim Reigentanze gab sie ihn Gregor.

4. Und am Tag darauf, am Tage war Grischenko tot.
Freitag kam voll Leid und Klage, und im Abendrot
trug man ihn zur Ruh’ an der Grenze, an der Straße.
Viele fromme Leute kamen, viele sahen zu.

5. Viele Burschen, viele Mädchen weinten um Gregor.
Böse Hexe, Zauberin, du Hexe, sieh dich vor!
Deine Augenbraun werden keinen mehr betören.
Niemals wird ein zweiter Gregor deinen Künsten traun.

6. Gehe nicht, o Mischa, gehe nicht zum Abendtanz.
Zauberische Mädchen folgen deinen Schritten dort.
Weiße Hand wie Schnee braut dir Tee aus Zauberkräutern,
trübt den Spiegel deiner Seele wie der Wind den See.