Gitarren-Lexikon P

Palisander

Palisander ist ein hochwertiges und häufig verwendetes Tonholz im Gitarrenbau, besonders für Griffbretter, Stege und manchmal auch Zargen. Es stammt aus tropischen Regionen wie Indien oder Brasilien und ist für seine dunkle, gestreifte Maserung sowie die angenehme Haptik bekannt. Klanglich bietet Palisander einen warmen, ausgewogenen Ton mit klarem Sustain und gutem Mittenbereich. Es vermittelt dem Spieler eine angenehme Härte und Griffigkeit unter den Fingern, was besonders bei komplexen Läufen oder Bends vorteilhaft ist. Aufgrund seiner klanglichen und ästhetischen Eigenschaften ist Palisander eine beliebte Wahl bei hochwertigen Akustik- und E-Gitarren.

Palm Muting

Palm Muting ist eine Gitarrentechnik, bei der die Saiten mit dem Handballen der Anschlagshand leicht am Steg gedämpft werden. Durch diese Dämpfung entsteht ein trockener, kurz klingender, oft perkussiver Sound, der im Rock, Metal, Punk oder Funk häufig verwendet wird. Besonders beim Spielen von Powerchords oder rhythmischen Riffs erzeugt Palm Muting eine druckvolle Klangtextur. Die Technik erfordert Gleichgewicht zwischen Druck und Lockerheit sowie gutes Timing. Auf Verstärkern mit Verzerrung oder Overdrive wirkt Palm Muting besonders markant und sorgt für Definition und rhythmische Klarheit im Bandsound.

Pedal-Stimmgerät

Ein Pedal-Stimmgerät ist ein Gitarrenstimmer in Pedalform, der Teil eines Effektboards sein kann. Es wird direkt in die Signalkette eingebunden und ermöglicht Gitarristen, das Instrument schnell und präzise zu stimmen – oft sogar während eines Live-Auftritts. Durch Drücken des Fußschalters wird das Signal meist stummgeschaltet, sodass das Publikum die Stimmung nicht hört. Pedal-Tuner wie der Boss TU-3 oder TC Electronic Polytune sind für ihre Genauigkeit, Robustheit und Benutzerfreundlichkeit bekannt. Sie sind oft beleuchtet und lassen sich auch auf dunklen Bühnen gut ablesen.

Pentatonische Tonleiter

Die pentatonische Tonleiter besteht aus fünf Tönen und zählt zu den meistverwendeten Gitarrenskalen. Es gibt sie in Dur- und Mollvariante, wobei die Moll-Pentatonik besonders in Blues, Rock und Metal beheimatet ist. Typisch für ihren Klang ist der fehlende Halbtonschritt, was sie melodisch offen und leicht spielbar macht. Ein Beispiel für die A-Moll-Pentatonik ist A – C – D – E – G. Sie eignet sich ideal für Improvisation, schnelle Licks und ausdrucksstarke Soli. Gitarristen wie Jimi Hendrix und Angus Young nutzen sie intensiv in ihren Musikstilen.

Parlor-Gitarren

Parlor-Gitarren sind kompakte Akustikgitarren, die besonders Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts beliebt waren. Sie zeichnen sich durch ihre kleine Korpusform, schlanke Taille und eine 12-Bund-Halsverbindung aus. Der Klang ist warm, fokussiert und eignet sich gut für Fingerpicking, Blues und Folk. Aufgrund ihrer Größe sind sie reisefreundlich und angenehm spielbar – besonders für kleinere Hände oder gemütliche Couch-Sessions. Heutige Musiker, die Vintage-Sounds oder intime Aufnahmen bevorzugen, greifen gerne zur Parlor-Gitarre. Bekannte Hersteller wie Martin, Fender oder Recording King führen moderne Modelle.

Pick (Plektrum)

Ein Pick oder Plektrum ist ein kleines, flaches Werkzeug, das meist aus Kunststoff besteht und dazu dient, Gitarrensaiten anzuschlagen oder zu zupfen. Es gibt Picks in vielen Formen, Stärken und Materialien. Dünne Picks erzeugen vorwiegend einen weichen, flexiblen Ton – ideal für Strumming. Dickere Picks bieten mehr Präzision und Kontrolle bei Solospiel oder schnellen Läufen. Weitere Materialien sind Holz, Metall oder Spezialkunststoffe. Plektren beeinflussen Spielgefühl, Attack und Klangfarbe erheblich. Viele Gitarristen sammeln verschiedene Picks, um je nach Musikstil oder Instrument flexibel zu sein.

Pickguard (Schlagbrett)

Das Pickguard, oder Schlagbrett, ist eine Schutzplatte auf der Decke einer Gitarre, die den Holz- oder Lackuntergrund vor Kratzern oder Beschädigungen durch das Plektrum schützt. Besonders bei E-Gitarren wie der Fender Stratocaster oder Telecaster ist das Pickguard ein wichtiges Designelement und trägt zur Optik des Instruments bei. Es besteht überwiegend aus Kunststoff oder dünnem Holzfurnier und lässt sich oft austauschen, um das Erscheinungsbild der Gitarre zu verändern. Bei Akustikgitarren ist das Pickguard kleiner und dient ebenfalls der Abnutzungsvorbeugung im Bereich des Schalllochs.

Picking Hand

Die Picking-Hand ist die Hand, mit der Saiten gezupft, angeschlagen oder gestrichen werden – bei Rechtshändern die rechte Hand. Ihre Technik entscheidet wesentlich über Klang, Dynamik und Rhythmus. Ob mit Plektrum, Fingerpicking oder Hybridpicking: Die Handhaltung, Bewegungsrichtung und Anschlagstechnik beeinflussen den musikalischen Ausdruck. Fingerstyle-Spieler nutzen oft nur die Finger, während Rock- oder Metal-Gitarristen meist ein Plektrum verwenden. Die Picking-Hand sollte locker und kontrolliert sein, um gleichmäßige Betonung, Artikulation und Geschwindigkeit zu erreichen. Übungen wie Wechselschlag, Tremolo oder Palm Muting gehören zur Technikentwicklung.

Pickup

Ein Pickup ist ein elektromagnetischer oder piezoelektrischer Tonabnehmer, der die Schwingungen der Gitarrensaiten aufnimmt und als elektrisches Signal an Verstärker oder Effektgeräte weitergibt. Bei E-Gitarren sitzen Pickups direkt unter den Saiten und bestehen größtenteils aus Magneten und Drahtspulen. Es gibt verschiedene Pickup-Typen: Single Coils, die einen klaren, brillanten Ton erzeugen, und Humbucker, die brummfrei arbeiten und einen kräftigeren Klang liefern. Akustikgitarren nutzen oft Piezo-Pickups unter der Brücke. Die Wahl des Pickups beeinflusst den Sound erheblich – von warm und clean bis aggressiv und verzerrt.

Pickup-Schalter

Der Pickup-Schalter ist ein Bedienelement auf E-Gitarren oder E-Bässen, mit dem der Spieler zwischen verschiedenen Tonabnehmern oder Pickup-Kombinationen wechseln kann. Je nach Stellung aktiviert der Schalter z. B. nur den Hals-Pickup (warm), nur den Steg-Pickup (hell), oder beide in Kombination. Typische Schalter sind 3- oder 5-Wege-Schalter, wie bei Fender-Stratocastern. Der Pickup-Schalter erlaubt Gitarristen Klangvariationen ohne Nachjustierung am Verstärker – ideal für schnelle Wechsel zwischen Rhythmus- und Solosound im Live-Spiel.

Pickup-Wahlschalter

Der Pickup-Wahlschalter (wahlweise auch Tonabnehmer-Wahlschalter genannt) hat die gleiche Funktion wie der Pickup-Schalter: Er erlaubt das Umschalten zwischen verschiedenen Tonabnehmern. Durch Umschalten lassen sich verschiedene Klangfarben erzielen – von warm und voll (Neck-Pickup) über ausgewogen (Mittelposition) bis hell und durchsetzungsstark (Bridge-Pickup). Moderne Schalter ermöglichen auch Serielle, Parallele oder Split-Coil-Varianten. Die Bedienung erfolgt meist über Kipp- oder Drehschalter.

Piezotonabnehmer

Ein Piezo-Tonabnehmer (kurz „Piezo“) ist ein elektroakustischer Tonabnehmer, der Saitenschwingungen und Resonanz direkt an der Brücke oder im Steg einer Gitarre erfasst. Er arbeitet auf piezoelektrischer Basis und benötigt keine Magnetspulen. Piezos werden vor allem in Westerngitarren verwendet, um ihren natürlichen Klang unabhängig von Mikrofonen verstärken zu können. Sie liefern einen höhenbetonten, direkten Ton, der oft mit einem Preamp ergänzt wird, um ihn klanglich zu formen. Akustische Live-Musik und Unplugged-Konzerte profitieren besonders vom Piezo-Sound.

Phaser

Ein Phaser ist ein Modulationseffekt, der durch Phasenverschiebungen im Signal einen schwebenden, wirbelnden Klang erzeugt. Dabei werden kopierte Signale eines Gitarrentons gegeneinander verschoben und zusammengemischt, was zu phasenauslöschenden Frequenzen führt. Die Intensität und Geschwindigkeit dieses „Phasings“ können reguliert werden. Typische Klänge reichen von subtilen Bewegungen bis zu psychedelischen Effekten. Phaser sind beliebt in Funk, Rock, Ambient oder Fusion. Berühmte Beispiele für Phaser-Pedale sind das MXR Phase 90 oder der Boss PH-3.

Powerchord

Ein Powerchord ist ein Akkord, der nur aus Grundton und Quinte besteht – also die Terz weglässt, um weder Dur noch Moll festzulegen. Sein Aufbau macht ihn besonders leicht zu greifen und klanglich neutral, aber druckvoll. Powerchords werden mit verzerrten Gitarren oft in Rock, Punk und Metal verwendet, da die reduzierte Struktur Schmutz und Überlagerungen im Sound verhindert. Das Griffmuster ist beweglich, weshalb Lead- und Rhythmusgitarristen ihn häufig nutzen. Typisch ist der G5-Powerchord: G (3. Bund E-Saite) und D (5. Bund A-Saite).

Pull-Off

Ein Pull-Off ist eine Legato-Technik, bei der eine gezupfte oder angeschlagene Saite durch schnelles Abziehen (Abrollen) des Greiffingers in einen tieferen Ton übergeht – ohne erneuten Anschlag. Diese Technik wird oft in Kombination mit Hammer-Ons verwendet und ermöglicht schnelle, fließende Tonfolgen, besonders in Soli oder melodischen Linien. Pull-Offs erfordern Präzision und Fingerkraft, um einen sauberen, kräftigen Ton zu erzeugen. Sie sind wichtig in Rock, Blues, Klassik oder Metal und fördern das synchrone Spiel beider Hände.