K GITARREN-GLOSSAR
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INHALT
Kadenz
Eine Kadenz ist eine harmonische Akkordfolge, die das Ende einer musikalischen Phrase oder eines Satzes markiert und den harmonischen Verlauf abschließt oder strukturiert. Kadenzen bestehen meist aus typischen Akkordabfolgen wie Tonika–Subdominante–Dominante–Tonika (I–IV–V–I) und dienen dazu, Spannung aufzubauen und musikalisch wieder aufzulösen. In der klassischen Musik sind Kadenzen ein grundlegendes Werkzeug der Harmonielehre, sie strukturieren den Verlauf eines Stücks und schaffen Orientierung. Auch in populären Musikstilen wie Jazz, Rock oder Blues werden Kadenzen häufig eingesetzt – oft in vereinfachter Form. Typen wie authentische, plagale oder halbschlüssige Kadenzen unterscheiden sich in ihrer Wirkung.
Kapodaster (Capo)
Ein Kapodaster ist ein kleines, klemmbares Hilfsmittel, das auf den Gitarrenhals gesetzt wird, um die Tonhöhe aller Saiten gleichzeitig zu erhöhen. Dadurch lassen sich Akkorde in anderen Tonarten spielen, ohne neue Griffe zu erlernen. Besonders in Folk-, Pop- und Singer-Songwriter-Musik wird der Capo häufig genutzt, um offene Akkorde auch in höheren Tonlagen zu verwenden. Der Kapodaster erleichtert das Begleiten von Stimmen mit unterschiedlich hohen Tonlagen und bietet klangliche Abwechslung. Es gibt verschiedene Modelle wie Klemm-, Schraub- oder Trigger-Capos. Er ist ein unverzichtbares Werkzeug für Gitarristen, die flexibel und stimmlich anpassungsfähig musizieren möchten.
Key (Tonart)
Der Begriff “Key” bezeichnet die Tonart eines Musikstücks – also das tonale Zentrum, um das sich Melodien und Harmonien bewegen. Eine Tonart stellt eine Skala wie Dur oder Moll bereit, aus der sich Akkorde und Tonfolgen ableiten. Der Key gibt die Grundtonhöhe und die Stimmung eines Stücks vor, z. B. A-Moll oder G-Dur. Für Gitarristen ist das Verständnis der Tonart wichtig, um richtige Akkorde zu greifen, Soli zu improvisieren oder ein Stück zu transponieren. Die Wahl des Keys beeinflusst oft die Stimmung des Liedes: Dur klingt meist fröhlich oder hell, Moll eher melancholisch oder nachdenklich.
Klassische Gitarre
Die klassische Gitarre, auch Spanische Gitarre genannt, ist ein akustisches Saiteninstrument mit sechs Nylon- oder Darmsaiten und einem hohlen Resonanzkörper aus Holz. Ihr Klang ist weich, rund und warm – ideal für klassische Musik, Flamenco oder lateinamerikanische Stile. Sie wird traditionell mit den Fingern gespielt, was eine hohe Ausdrucksvielfalt und Dynamik ermöglicht. Das breitere Griffbrett erleichtert das Greifen komplexer Akkorde und Melodien. Klassische Gitarren sind wesentlicher Bestandteil des Musikunterrichts und werden von Anfängern wie Profis weltweit geschätzt. Bekannte Komponisten wie Fernando Sor oder Francisco Tárrega prägten das klassische Gitarrenrepertoire maßgeblich.
Klassisches Tremolo
Das klassische Tremolo ist eine Spieltechnik auf der Konzertgitarre, bei der ein einzelner Ton durch schnelle, wiederholte Zupfbewegungen der rechten Hand erzeugt wird. Typischerweise erfolgt dies mit den Fingern a–m–i (Ring-, Mittel- und Zeigefinger), während der Daumen eine Basslinie zupft. Das Ergebnis ist ein fließender, beinahe schwebender Klang, der an einen lang anhaltenden Ton erinnert – ähnlich einem Gesangsvibrato. Diese Technik wird häufig in der romantischen Gitarrenmusik oder im Flamenco verwendet und erzeugt eine eindrucksvolle, klangvolle Melodie. Werke wie “Recuerdos de la Alhambra” von Tárrega sind dafür bekannt.
Konzertgitarre
Die Konzertgitarre ist eine hochwertige Form der klassischen Gitarre, die speziell für Bühnenauftritte, Solokonzerte und professionelle Musikdarbietungen gebaut wird. Sie unterscheidet sich durch die handwerklich präzise Verarbeitung, die Auswahl edler Klanghölzer wie Fichte, Zeder oder Palisander und feine Details wie individuell gestaltete Rosetten oder Inlays. Eine Konzertgitarre bietet eine herausragende Klangfülle, klare Tonprojektion und exzellente Spielbarkeit. Sie wird häufig von Solisten in klassischer Musik, Kammermusik oder Flamenco genutzt. Die klangliche Qualität hängt stark von der Bauweise, der Deckenstärke und der Feinausrichtung der Decke ab.
Kopfplatte
Die Kopfplatte ist der obere Abschluss des Gitarrenhalses und beherbergt die Stimmmechaniken (Wirbel), an denen die Saiten befestigt und gestimmt werden. Sie ist funktional und ästhetisch bedeutend: Ihre Form – etwa 6-in-Line bei Fender oder 3+3 bei Gibson – beeinflusst das Design und oft auch die Saitenführung. Der Neigungswinkel zwischen Kopfplatte und Hals kann zudem den Saitendruck am Sattel und damit das Sustain beeinflussen. Markenlogos und dekorative Elemente wie Inlays finden sich oft auf der Kopfplatte, die so auch identitätsstiftend für Gitarrenhersteller ist.
Kompressor
Ein Kompressor ist ein Audioeffekt, der die Dynamik des Gitarrensignals ausgleicht, indem laute Töne abgeschwächt und leise Töne verstärkt werden. Dadurch entsteht ein gleichmäßiger Klang, der besonders bei Funk, Country, Pop oder Leadgitarren beliebt ist. Er verleiht Tönen mehr Sustain, Durchsetzungskraft und Klarheit. Viele Gitarristen setzen Kompressoren vor Overdrive-/Distortion-Pedals ein, um den Signalfluss zu kontrollieren. Moderne Kompressor-Effekte bieten oft Regler für Attack, Sustain, Ratio oder Tone. Dadurch kann der Klang sehr präzise geformt werden – von subtiler Glättung bis zu stark komprimierten, perkussiven Sounds.
Korpus
Der Korpus ist der Hauptkörper der Gitarre, der maßgeblich für Klang und Optik verantwortlich ist. Bei Akustikgitarren dient er als Resonanzraum: Schwingungen der Saiten werden über Decke und Boden verstärkt und in Schallwellen umgewandelt. Bei E-Gitarren besteht der Korpus meist aus Massivholz mit Tonabnehmern, die den Klang elektrisch verstärken. Unterschiedliche Korpusformen – wie Dreadnought, Jumbo oder Stratocaster – sowie Holzarten wie Mahagoni oder Erle beeinflussen Klangtiefe, Sustain und Spielgefühl. Auch beim Bass ist der Korpus essenzieller Bestandteil der Schwingungsübertragung und Elektronikmontage.
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