GITARREN-TYPEN

Akustische Gitarren

Akustische Gitarren sind Gitarren, die ohne Strom funktionieren. Sie haben einen hohlen Klangkörper (Body), der den Ton verstärkt. Meist befindet sich in der Decke des Korpus ein rundes Loch, das sogenannte Schallloch, durch das der Schall nach außen dringt. Bei Jazzgitarren haben diese Löcher auch die Form eines F (wie bei der Violine), manchmal kommen auch andere Formen vor.

Die Decke der Akustikgitarre kann gewölbt (engl. Arch Top) oder flach (engl. Flat Top) sein. Die Decke besteht meist aus Fichte (engl. Spruce) oder Zeder (engl. Cedar), seltener aus Ahorn (Maple).Die Zargen und die Rückwand sind häufig aus Mahagoni (engl. Mahogany), Nussbaum (engl. Walnut) oder einem anderen dunklen, schönen Holz. Einige Akustikgitarren haben am Korpus eine Aussparung (Cutaway), die das Spielen in höheren Lagen erleichtern soll.

Akustische Gitarren gibt es viele, die bekanntesten sind die Konzertgitarre und die Westerngitarre. Die Saiten sind bei allen Gitarren gleich gestimmt: E A D G H* E (von der dicksten bis zur dünnsten Saite) * Der deutsche Ton H heißt international B. Da wir hier deutsch sprechen, nehme ich die deutsche Schreibweise, also H.

Konzertgitarre

Die Konzertgitarre ist mit Nylonsaiten bespannt und wird auch klassische Gitarre, Nylongitarre oder spanische Gitarre genannt. Die Konzertgitarre ist meist die erste Gitarre, die einem in den Sinn kommt, aber sie wird nicht unbedingt mit klassischer Musik in Verbindung gebracht.

Da die Töne leicht zu greifen sind und die Nylonsaiten den Fingern weniger weh tun als Stahlsaiten, ist die Konzertgitarre ein beliebtes Einstiegsinstrument. Die sechs Saiten der Konzertgitarre bestehen aus Nylon (früher Darm), die Basssaiten sind zusätzlich mit einem feinen Draht umsponnen. Diese Saitenart eignet sich gut für Zupf- und Anschlagtechniken und kann auch problemlos mit einem Plektrum, Pick oder Plektron gespielt werden.

Empfehlungen

Achtung: Niemals Stahlsaiten auf eine Nylonsaitengitarre spannen, die Gitarre könnte brechen! Das breite Griffbrett und der weiche Klang eignen sich am besten für das klassische Melodiespiel, aber auch Lieder können auf der Konzertgitarre begleitet werden.

Die Flamencogitarre ist der Konzertgitarre sehr ähnlich, deshalb kann man auch auf der Konzertgitarre Flamenco spielen. Die Flamencogitarre unterscheidet sich von der Konzertgitarre vor allem dadurch, dass das Holz des Korpus etwas dünner ist und der Klang daher etwas durchdringender ist. Außerdem haben viele Flamencogitarren einen Schlagschutz, damit das Holz nicht verkratzt.

Westerngitarre

Auch Akustikgitarre, Dreadnought, Stahlsaitengitarre, Flat Top oder Folk-Gitarre genannt. Die Westerngitarre unterscheidet sich von der Konzertgitarre vor allem durch die Stahlsaiten anstelle der Nylonsaiten, aber auch durch einen schmaleren Hals, einen etwas größeren Korpus, eine andere Mechanik und die meist weniger aufwändige Verzierung um das Schallloch.

Da sie häufig mit Plektren gespielt wird, ist unter dem Schallloch meist ein Schlagschutz angebracht. Der Klang ist lauter und härter als bei einer Gitarre mit Nylonsaiten, sodass sich diese Gitarre gut zum Begleiten eignet.

Aber auch andere Spieltechniken sind auf dieser Gitarre möglich, z.B. das Slidespiel oder das Solospiel mit Bendings gelingt auf einer Westerngitarre wesentlich besser als auf einer Konzertgitarre.

Leider ist sie für Anfänger weniger geeignet, da die harten Saiten anfangs oft sehr schmerzhaft an den Fingerkuppen sind. Häufig gibt es Westerngitarren auch mit eingebautem Mikrofon oder Tonabnehmer, die für den Bühneneinsatz verstärkt werden können.

Elektrische Gitarre

E-Gitarre: Nachdem Gitarren bereits elektrisch verstärkt wurden, versuchte man neue Wege zu gehen. Die Firma Rickenbacker brachte einen elektromagnetischen Tonabnehmer auf den Markt, der eine einfache Brettgitarre (ohne Resonanzkörper) verstärkte. Auch der Mandolinen- und Gitarrenhersteller Gibson experimentierte mit Tonabnehmern. Schließlich entstanden elektroakustische und halbakustische Instrumente. Ausgangspunkt war die Jazzgitarre.

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