Den die Hirten lobeten sehre

Den die Hirten lobeten sehre
und die Engel noch viel mehre,
fürcht‘ euch fürbaß nimmermehre,
euch ist geborn ein König der Ehrn.

Heut sein die lieben Engelein,
in hellem Schein,
erschienen bei der Nachte,
den Hirten, die ihr‘ Schäfelein,
bei Mondenschein im weiten Feld bewachten.
Große Freud und gute Mär,
wolln wir euch offenbaren,
die euch und aller Welt soll widerfahren.

Gottes Sohn ist Mensch geborn,
ist Mensch geborn,
hat versöhnt des Vaters Zorn,
des Vaters Zorn.

 

Zu dem die Könige kamen geritten,
Gold, Weihrauch, Myrrhen bracht’n sie mitte.
Sie fieln nieder auf ihr Kniee:
Gelobet seist du, Herr, allhie.

Sein‘ Sohn die göttlich Majestät
euch geben hat,
ein‘ Menschen lassen werden.
Ein Jungfrau ihn geboren hat,
in Davids Stadt, da ihr ihn finden werdet,
liegend in eim Krippelein,
nackend, bloß und elende,
dass er all euer Elend von euch wende.

Gottes Sohn ist Mensch geborn,
ist Mensch geborn,
hat versöhnt des Vaters Zorn,
des Vaters Zorn.

 

Lobt, ihr Menschen alle gleiche,
Gottes Sohn, vom Himmelreiche;
dem gebt jetzt und immer mehre,
Lob und Preis und Dank und Ehr.

Die Hirten sprachen: „Nun wohlan,
so laßt uns gähn und diese Ding erfahren,
die uns der Herr hat kundgetan,
das Vieh laßt stahn, er wirds indes bewahren.
Da fand’n sie das Kindelein,
in Tüchelein gehüllet,
das alle Welt mit seiner Gnad erfüllet.

Gottes Sohn ist Mensch geborn,
ist Mensch geborn,
hat versöhnt des Vaters Zorn,
des Vaters Zorn.