BALD PRANGT DEN MORGEN ZU VERKÜNDEN

Bald prangt den Morgen zu verkünden

Bald prangt, den Morgen zu verkünden,
die Sonn‘ auf goldner Bahn.
Bald muß die Nacht, die düstre, schwinden,
der Tag der Weisheit nahn.
O holder Friede, steig hernieder,
kehr in der Menschen Herzen wieder.
Dann ist die Erd ein Himmelreich,
und Sterbliche sind Göttern gleich,
und Sterbliche sind Göttern gleich.

Dir strahlt aus tausend Augen wieder
dein Bild, o Lichtesquell.
In Perlen fiel der Tau hernieder
und grüßt dich rein und hell.
Dir dankt, o hehre Lebenssonne,
die stille Blume Lichteswonne;
dir dankt in frohbewegter Brust
die neu erwachte Lebenslust.

Schwing frei dich von dem Rand der Erde
empor in Ätherblau!
Beglückt im Reich des Lichtes werde
die ärmste, tiefeste Au.
Wir werfen ab der Nächte Sorgen,
des besten Tages schöner Morgen:
er bricht in jeder Seele an,
er führt sie froh auf lichter Bahn.

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