Am Brunnen vor dem Tore

Am DBrunnen vor dem Tore, da Asteht ein Linden- Dbaum,
ich Dträumt’ in seinem Schatten so Amanchen süßen DTraum.
Ich Aschnitt in seine DRinde so Gmanches Dliebe AWort.
AEs zog in Freud’ und DLeide zu ihm mich Aimmer Dfort,
zu ihm mich Aimmer Dfort.

 

1. Am Brunnen vor dem Tore,
da steht ein Lindenbaum,
ich träumt’ in seinem Schatten
so manchen süßen Traum.
Ich schnitt in seine Rinde
so manches liebe Wort,
und zog in Freud’ und Leide
zu ihm ich immer fort,
zu ihm ich immer fort.

2. Ich musst’ auch heute wandern
vorbei in tiefer Nacht,
da hab’ ich noch im Dunkeln
die Augen zugemacht.
Und seine Zweige rauschten
als riefen sie mir zu:
Komm her zu mir, Geselle,
hier find’st du deine Ruh,
hier find’st du deine Ruh.

3. kalten Winde bliesen
mir g’rad ins Angesicht,
der Hut flog mir vom Kopfe,
ich wendete mich nicht.
Nun bin ich manche Stunde
entfernt von jenem Ort,
und immer hör’ ich’s rauschen,
du fändest Ruhe dort,
du fändest Ruhe dort.

Musik: Franz Schubert
Text: Wilhelm Müller